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Der Herr der jungen Männer im Paradies: Husain ibn Ali

Husain entgegnete: „So hat uns Allâh erzogen. Der Erhabene sagt: Und wenn euch ein Gruß entboten wird, dann grüßt mit einem schöneren oder erwidert ihn! (Sûra 4:86). Und schöner als dies war ihre Freilassung.“

Er war der zweite Enkel des Gesandten Allâhs  von dessen Tochter Fâtima Az-Zahrâ , der Ehefrau von Ali ibn Abû Tâlib . Husain  wurde an einem Donnerstag des Monats Scha‘bân im Jahre 4 nach der Hidschra geboren. Bei seiner Geburt nahm ihn der Prophet , hielt ihn in seinen Armen und gab ihm einen liebevollen, reinen Kuss auf den Mund. Er nannte ihn Husain und sagte: «Husain ist von mir und ich bin von Husain. Möge Allâh den lieben, der Husain liebt!» ( Überliefert von At-Tirmidhî und Imâm Ahmad.)

 

Der Prophet  liebte Husain sehr. Er wuchs in seiner Obhut auf, bis er sieben Jahre alt war. Er trennte sich nicht von ihm, entfernte sich nicht von ihm und nannte ihn sogar seinen Vater. Husain ähnelte dem Gesandten Allâhs  sehr. Daher liebten ihn auch die Prophetengefährten sehr und er wurde von den Kalifen seit seiner Kindheit besonders behandelt.

 

Eines Tages betrat Husain die Moschee und Dschâbir ibn Abdullâh  sagte: «Wer gerne den Herrn der jungen Männer im Paradies sehen möchte, der soll auf diesen schauen!» Ich hörte dies vom Gesandten Allâhs . ( Überliefert von Abû Ya‘lâ.)

 

Husain war ein anbetend Dienender Allâhs, der oft fastete, betete, den Haddsch vollzog und spendete. Er behandelte seine Diener und Angestellten gut. Es ist überliefert, dass einmal eine Sklavin zu ihm eintrat und in ihrer Hand einen Strauß Basilikum hielt, mit dem sie ihn begrüßte. Husain sagte zu ihr: „Du bist frei um Allâhs des Erhabenen willen.“ Man fragte ihn: „Du lässt eine Sklavin wegen eines Straußes Basilikum frei, mit dem sie dich begrüßt hat?“

 

Husain entgegnete: „So hat uns Allâh erzogen. Der Erhabene sagt:{Und wenn euch ein Gruß entboten wird, dann grüßt mit einem schöneren oder erwidert ihn!}[Sûra 4:86]. Und schöner als dies war ihre Freilassung.“

 

Husain  liebte das Wissen, so dass er zu einem Meer des Wissens über den Qurân, die Hadîthe des Propheten  und die Rechtslehre wurde. Er unterrichtete in der Moschee des Gesandten Allâhs und die Prophetengefährten und deren Nachfolger waren darauf bedacht, seine Unterrichte zu besuchen und auf sein Wissen zu horchen. Mu‘âwiya ibn Abû Sufyân  sagte: „Wenn ich die Moschee des Gesandten Allâhs  betrat und einen Unterricht sah, in dem die Leute saßen, als wären Vögel auf ihren Köpfen [das heißt ganz still], dann war es der Unterricht von Abû Abdullâh Husain.“

 

Er war bekannt für seinen Mut und seinen gewaltigen Kampf um Allâhs willen für den Sieg dieser Religion. Er nahm an der Eroberung Nordafrikas zur Zeit des Kalifen Uthmân ibn Affân  teil und wirkte an der Eroberung Tabaristans mit. Er half seinem Vater, Imâm Ali, bei der Kamelschlacht, bei Siffîn und gegen die Chawâridsch.

 

Als Imâm Ali verstorben war, stand Husain seinem Bruder Hasan bei und tröstete diesen. Als Hasan auf das Kalifat verzichtete und es an Mu‘âwiya ibn Abû Sufyân abgab, um das Blut der Muslime zu schützen und ihre Stimme zu einen, sagte Husain zu seinem Bruder Hasan mit Fassung und gutem Benehmen: „Du bist der ältere Sohn Alis. Wir folgen deiner Anweisung. Entscheide also, wie du denkst!“

 

Danach bemühte sich Husain um die Erlangung von Wissen und das Verrichten der Anbetungshandlungen. Als Mu‘âwiya verstarb, gab er das Kalifat an seinen Sohn Yazîd weiter und verstieß damit gegen eine der Bedingungen des Friedensvertrages. Darin hieß es nämlich, dass diese Angelegenheit in einer Ratssitzung der Muslime behandelt werden sollte. Husain schwieg nicht dazu. Viele Leute schworen ihm die Treue und forderten, dass er Kalif werden sollte. Die Einwohner Kufas schworen ihm ebenfalls die Treue und ermunterten ihn, zu ihnen zu kommen. Daraufhin reiste Husain mit seiner Familie und einigen Unterstützern Richtung Kufa. Ibn Abbâs, Abû Sa’îd Al-Chudrî und Ibn Umar  versuchten ihn von seinem Auszug abzuhalten. Er war jedoch zu seiner Reise fest entschlossen.

 

Auf seinem Weg traf er den bekannten Dichter Al-Farazdaq und fragte ihn: „Wie hast du die Menschen in Kufa zurückgelassen?“ Er sagte: „Ihre Herzen sind mit dir und ihre Schwerter über dir.“ Husain sagte: „Allâhs ist die Angelegenheit davor und danach.“ Dann setzte er seinen Weg fort, bis er zu einem Platz in der Nähe des Euphrat kam, der Kerbela genannt wird. Dort fand eine Schlacht statt, in der er und viele seiner Familienmitglieder und Gefährten den Tod fanden. Dies war im Jahre 61 nach der Hidschra.

 

Allâh hat die Nachkommen des Propheten  in Hasan und Husain bewahrt. Jeder, der mit dem Propheten  verwandt ist, steht mit Hasan oder Husain  in verwandtschaftlicher Beziehung.


Quelle: islamweb.net