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Wie man eine Qurân-Übersetzung liest

 

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Viele Wunder des Qurân können wir mit bloßem Auge betrachten. Nachdem wir sie betrachtet haben, müssen wir uns fragen, wo wir im Verhältnis zu ihnen stehen! Nehmen wir sie an und erfassen wir den Qurân als das Wort Allâhs? Oder wenden wir uns von ihnen ab und lehnen sie ab – obwohl Allâh uns Seine Zeichen und Wunder im Qurân zeigt?

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Das Erste, was man macht, wenn man eine Qurân-Übersetzung zum Lesen in die Hand nimmt, besteht darin, sich bewusst zu machen, dass der Qurân der Qurân ist. Es ist das Wort Allâhs. Und es gibt nichts Vergleichbares auf dieser Welt. Und jetzt hältst du eine Übersetzung von ihm in deinen Händen!

 

Als Zweites muss man sich bewusst machen, dass das, was du da in deinen Händen hältst, lediglich eine Übersetzung ist. Es ist nicht das Original, sondern nur eine vom Menschen vorgenommene Annäherung an das Original. Und ganz gleich, wie gut sie sein mag, so ist sie noch immer lediglich eine Übersetzung. Es ist ein schwacher menschlicher Versuch, in menschlichen Begriffen Wörter und Inhalte wiederzugeben, die gänzlich sakrosankt sind und deshalb außerhalb aller menschlichen Fähigkeit stehen, übersetzt, nachgebildet oder dupliziert zu werden.

 

Folglich ist die Übersetzung, die du in deinen Händen hältst, nicht dasselbe wie der Original-Qurân in arabischer Sprache, sondern lediglich eine Annäherung an das Original. Allâh entschied Sich in Seiner unendlichen Weisheit für die arabische Sprache zur Offenbarung des Qurân. Und Er wählte den Propheten Muhammad (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) zur Offenbarung des Qurân aus. Allâh wählte ebenso die Worte, den Inhalt und den Stil, in dem der Qurân heute vorliegt. Und Er wählte und bestimmte die Reihenfolge, in der die verschiedenen Teile und Passagen des Qurân angeordnet sind.

 

All dies geschah vor mehr als 1400 Jahren.

 

Seit je – 14 Jahrhunderte lang – besteht der Qurân in der Form, in der er ursprünglich offenbart wurde, und in der Reihenfolge, in der er von Allâh dem Allmächtigen angeordnet wurde. Heute lesen Hunderte Millionen von Menschen aller Hautfarben, Rassen, Nationalitäten, Abstammungen und Ethnien in praktisch allen Teilen der Welt täglich den Qurân. Sie tun dies mindestens fünfmal am Tag in den rituellen Pflichtgebeten, genauer gesagt der Anbetung, die Salâ genannt wird.

 

Dies ist nichts als ein Wunder und es gibt nichts Vergleichbares auf der Welt!

 

Zur gleichen Zeit lernen Millionen über Millionen Menschen auf der ganzen Welt den Qurân von der ersten bis zur letzten Seite auswendig und können ihn jederzeit und an jedem Ort wörtlich rezitieren – alle 6.000-7.000 Verse des Qurân, die Âyât genannt werden.

 

Nochmals: Dies ist nichts als ein Wunder und es gibt nichts Vergleichbares auf der Welt!

 

Als dem Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) die Offenbarungen durch den Engel (Gabriel) überbracht wurden, verlas er – ein Mann, der in jedweder Form ungebildet und ungeschult war, außer dem, was Allâh ihn unmittelbar lehren wollte – anderen die Teile und Abschnitte des Qurân – genauso wie sie ihm von Allâh offenbart worden waren. Diese Abschnitte des Qurân wurden dann von seinen Mitmenschen auswendiggelernt. Und alle rezitierten sie mindestens fünfmal am Tag jeden Tag in ihren täglichen Pflichtgebeten.

 

Es ist nichts als ein Wunder und die Welt hat nichts Vergleichbares gesehen!

 

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) bezeichnete seine Mitmenschen als „seine Prophetengefährten“ – eine äußerst erstaunliche Demonstration menschlicher Gleichstellung auf höchster Ebene, die der Qurân die Welt lehrte. Die Welt, verfangen in ihren sozialen Unterschieden und Statushierarchien und Ungleichstellungen, beruft sich jedoch bis heute auf diese als deren Anhänger.

 

Die Gefährten des Propheten gehören zu den großartigsten Männern und Frauen aller Zeiten und Orte, die die Welt jemals gesehen hat. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) lehrte sie den Qurân; er erklärte ihnen dessen Bedeutung und zeigte ihnen in der Praxis, wie der Qurân im realen Leben wirkt. Dann begann er damit eine neue Gesellschaft und einen neuen Staat, basierend auf den Lehren des Qurân, zu errichten – eine neue Nation unter Allâh, deren Überzeugung Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Gleichheit, Friede und Wahrheit war.

 

Der Qurân thematisiert das menschliche Leben auf allen Ebenen und in allen Facetten und Dimensionen – sowohl Individuen als auch die Gemeinschaft; persönlich wie auch gesellschaftlich; politisch wie auch wirtschaftlich und kulturell; alltäglich und körperlich, wie auch sublim und spirituell. Von Heirat und Scheidung bis hin zu Krieg und Frieden sowie von Handel und Gewerbe bis hin zu Regierung und Staatsdienst lässt der Qurân keinen Bereich des menschlichen Lebens aus, ohne direktes, göttliches Licht zu dessen Erhellung bereitzustellen und ohne es den Propheten in der Praxis in dessen eigenem Leben veranschaulichen zu lassen.

 

Der Qurân lehrt den Menschen, gütig auf der Erde umherzugehen und herzlich mit anderen zu sprechen. Er verlangt von Gläubigen, ihr Wort zu halten und ihre Verträge zu erfüllen. Er lädt jeden dazu ein, Allâh nicht nur zu fürchten, sondern Ihn auch zu lieben und Ihm zu gehorchen und Seiner Schöpfung dienlich zu sein.

 

Durch den Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und dessen Gefährten wurde der Qurân zu einer lebenden, umherwandernden, sprechenden, atmenden, lebendigen menschlichen Realität, die die gesamte Bandbreite des menschlichen Lebens abdeckt. Dies hatte zur Folge, dass der Qurân die Welt veränderte. Und er tat dies in weniger als 23 Jahren.

 

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und dessen Gefährten veränderten die Welt von einer Welt des Unwissens zu einer Welt des Wissens; von einer Welt der Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit zu einer Welt der Freundlichkeit, Barmherzigkeit, Anständigkeit, Gerechtigkeit und Gleichheit; von einer Welt des Aberglaubens und blinden Gehorsams gegenüber der Obrigkeit zu einer Welt der Erkenntnis, Vernunft, kritischen Prüfung und Wissenschaft; von einer Welt der Sklaverei und Gefangenschaft von Geist und Körper zu einer Welt der Freiheit, der Würde und des Freiseins für Alle; und von einer Welt, die zum Götzendienst neigt, zu einer Welt, die sich der Anbetung der Einen wahren Gottheit widmet.

 

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Seitdem war der Großteil der Menschheitsgeschichte eine Geschichte, in der der Rest der Welt versucht hat zu den Lehren und Grundsätzen des Qurân aufzuschließen. Sie ist eine Geschichte systematischer Nachahmung und Absorption der großartigen Richtlinien und Lehren, die Allâh im Qurân offenbarte und der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) dann unter direkter göttlicher Führung und Aufsicht in persönliche, gesellschaftliche, familiäre, politische, staatliche, wirtschaftliche, militärische, gewerbliche, erzieherische, internationale und andere Leitbilder und Methoden des Alltagslebens umsetzte – von den persönlichsten bis hin zu den öffentlichsten und gemeinschaftlichsten Ebenen – Gesellschaft für Gesellschaft, Kultur für Kultur, Epoche für Epoche.  

 

Deshalb ist der Qurân von Anfang bis Ende ein Wunder. Wie auch jeder einzelne dessen 6.000 – 7.000 verschiedenen Verse, die Âyât genannt werden. Eine Âya entspricht einem Zeichen, das besagt, dass ein Buch wie der Qurân nur von Allâh stammen und kein menschlicher Verstand es erdichtet haben kann. Eine Âya entspricht einem Wunder, im Sinne dessen, dass sie ein Ereignis ist, dessen Wahrscheinlichkeit unendlich klein ist – etwas, dessen Auftretenswahrscheinlichkeit äußerst gering ist.

 

Viele Wunder des Qurân können wir mit bloßem Auge betrachten. Nachdem wir sie betrachtet haben, müssen wir uns fragen, wo wir im Verhältnis zu ihnen stehen! Nehmen wir sie an und erfassen wir den Qurân als das Wort Allâhs? Oder wenden wir uns von ihnen ab und lehnen sie ab – obwohl Allâh uns Seine Zeichen und Wunder im Qurân zeigt?

 

Dies bedeutet beispielsweise, dass wir uns in Bezug auf jede einzelne oben genannte Aussage fragen müssen, ob sie wahr oder falsch ist. Wenn diese Behauptungen falsch sind, dann haben diejenigen, die sie aufstellten, ein Problem, da sie offensichtlich Falschheit unterstützen. Wenn sie andererseits wahr sind, dann haben diejenigen von uns, die sie lesen, ein Problem, da ihnen keine Alternative bleibt, außer sie anzunehmen und den Qurân als das Wort Allâhs zu akzeptieren. 


Quelle: islamweb.net

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