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Die Zeichen sehen - Allâh durch die Natur erkennen

 

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Außerdem befähigte Allâh den Menschen dazu, die Erde zu versorgen. Der Mensch vermag die moralischen Werte zu verstehen, die nötig sind, um für all das Leid der Erde Mitgefühl zu empfinden. Andererseits sind wir die Einzigen, die fähig sind, die bestehende natürliche Ordnung negativ zu beeinflussen, was uns verantwortlich für den Schutz der Umwelt macht.

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Jeder Spaziergang durch die Natur hat das Potenzial, eine tiefere Beziehung zu unserem Schöpfer zu wecken. Unsere Herzen sind absolut im Reinen, wenn sie vom Grün umgeben sind, was uns manchmal nicht bewusst ist. Die perfekte Ordnung und der immerzu gehorsame Naturkreislauf geben dem Menschen einen Anhaltspunkt für die Schönheit der Schöpfung Allâhs und leiten unser auf sozialen Aufstieg bedachtes Ego recht. Die Welt der Natur hat das Potenzial, mit uns in Harmonie zu bestehen, da wir beide von einem Ursprung abstammen und den Zweck haben, Allâhs Willen zu befolgen.

 

{„Wir werden ihnen Unsere Zeichen am Gesichtskreis und in ihnen selbst zeigen, bis es ihnen klar wird, dass es die Wahrheit ist. Genügt es denn nicht, dass dein Herr über alles Zeuge ist?“}   [Sûra 41:53] .

 

Allâh bezeichnet die Natur als Zeichen, genauso wie die Qurân-Verse und die menschlichen Seelen Zeichen sind, die uns zu Seinem Weg führen. Von der fleißigen Biene, die ihre süße Gaumenfreude herstellt, bis zu den stark fallenden Gewässern von Zambia, die die Schluchten der Victoria-Wasserfälle reinigen, ist die Erde voll mit Erinnerungen an Seine Schöpfung und Großzügigkeit. Das Studieren der Natur ist eine wesentliche Methode, die Weisheit Allâhs zu studieren.

 

{„Wir haben das anvertraute Gut den Himmeln und der Erde und den Bergen angeboten, aber sie weigerten sich, es zu tragen, sie scheuten sich davor. Der Mensch trug es …“}   [Sûra 33:72] .

 

Von uns wird nicht nur verlangt, über das Universum nachzudenken. Allâh machte uns darüber hinaus zu Statthaltern auf Erden und betraute die Menschheit mit der Pflicht, das Gleichgewicht der Umwelt zu schützen und wiederherzustellen. Als Allâh dieses anvertraute Gut der gesamten Schöpfung anbot, war der Mensch der Einzige, der bereit war dies zu tragen.

 

Außerdem befähigte Allâh den Menschen dazu, die Erde zu versorgen. Der Mensch vermag die moralischen Werte zu verstehen, die nötig sind, um für all das Leid der Erde Mitgefühl zu empfinden. Andererseits sind wir die Einzigen, die fähig sind, die bestehende natürliche Ordnung negativ zu beeinflussen, was uns verantwortlich für den Schutz der Umwelt macht.

 

Allmählich beginnen wir den Ernst der Umweltzerstörung zu begreifen. Die direkte Verbindung zwischen der Umweltkrise und unserer inneren Gemütskrise haben wir allerdings nur langsam erkannt. Unsere Werte sind verdreht. Konsum ist die treibende Kraft in der Gesellschaft und wir erkennen nicht, wie dies zur Unstimmigkeit in unserem inneren Wesen beiträgt. Unsere Treuhandschaft ist gefährdet. Die globale Erwärmung beweist die zerstörerischen Folgen des Verzichts auf diese Verantwortlichkeit. Doch es ist noch nicht zu spät! Es gibt vieles, was man tun kann, um unserer leidenden Erde zu helfen.

 

Was kann man tun, um ein besserer Umweltschützer zu werden?

 

1. Beginne Unterhaltungen mit Gleichgesinnten! Unterstützung ist wichtig. Mach es mit deinen Freunden und deiner Familie zu einem Gruppenanliegen!  

 

Versammle Gleichgesinnte, um anzufangen, über diese Probleme zu sprechen und Handlungsschritte zu unternehmen! Muslime in Washington DC tun beispielsweise einfach Folgendes:

 

Die Gründung der „DC Green Muslims“ (DCGM) begann mit einem „Grünen Fastenbrechen“. Eine Gruppe von circa 15 Menschen feierte das Ende eines Fastentages im gesegneten Monat Ramadân, indem sie in einem ökologischen Wandel Brot brachen. Die ersten Unterhaltungen konzentrierten sich auf bedeutende Zielfragen und den Schnittpunkt zwischen Islâm und Umwelt. Wir benutzten diese Großbildkonzepte, um herauszufinden, wie wir unseren CO2-Verbrauch reduzieren und unsere Gemeinden umweltfreundlicher machen können.

Seither veranstalten wir Parksäuberungen und Netzwerkbildungsdinner, die sich jeweils auf ein Umweltthema konzentrieren. Zuletzt nahm die DCGM an der „Keine Folgen-Woche“ der Huffington Post teil, die in Zusammenarbeit mit dem „Keine Folgen-Projekt“ durchgeführt wird – einem nationalen Bestreben, um gemeinsam unseren CO2-Verbrauch zu reduzieren.

 

Als wir von diesem Projekt hörten, begannen wir damit, uns Methoden auszudenken, wie wir die muslimische Gemeinde für das Ereignis mobilisieren können. Letztendlich erstellten wir einen Anhang zum „Keine Folgen-Projekt-Führer“. Unser Anhang leitet die Teilnehmer dazu an, während der Woche umweltbewusster zu sein. Davon erhofften wir uns, dass sich dies zu einem Sprungbrett für eine lebenslange Verkörperung einer öko-spirituellen Moral als Muslim entwickeln würde. An jedem Wochentag beachteten wir speziell ein vorgegebenes Thema, in der Hoffnung, unseren CO2-Verbrauch zu reduzieren. Diese Themen lauteten beispielsweise:

Verbrauch, Wasser, Lebensmittel, Gemeindeversammlungen und Transport. Der Anhang ist auf unserem Blog zu finden. Man kann ihn auch erhalten, indem man uns eine Email zusendet. Wir hoffen, diese Veranstaltung auf die landesweiten MSAs übertragen zu können.

 

Die „DC Green Muslims“ versuchen die Treuhandschaft gegenüber der Schöpfung wahrzunehmen, indem sie den Muslimen Raum bieten, die Umwelt in der Gemeinde mit einem Bezug zu islamischen Lehren zu schützen. Indem wir verantwortungsvolle Hausmeisterdienste und gemeinsame Benutzung anbieten, stellen wir sicher, dass künftige Generationen fähig sein werden, die Zeichen Allâhs in ihrer Umwelt und in sich selbst zu erkennen.

  

 

2. Denke über deine Umwelt nach! Laufe mehr! Wenn du in deiner Umgebung umhergehst, dann mach dir Gedanken, sei wachsam und erkenne den Zweck, der hinter der Schöpfung steckt! Wenn wir die wohlüberlegte Struktur und Ordnung sehen, die der Natur innewohnt, dann können wir beginnen, von einem ganzheitlichen Standpunkt aus über das gemeinsame Dasein mit anderen Lebensformen nachzudenken.

 

 

3. Mache Inventur mit deinem Konsumniveau: Lebensmittel, Wasser, Strom, Transport, Müll. Isst du nahrhafte Lebensmittel? Wie viel Wasser verbrauchst du für die rituelle Gebetswaschung, das Duschen oder das Geschirrspülen? Machst du das Licht aus, wenn du ein Zimmer verlässt? Beginne damit, dir ein klares Bild davon zu machen, wo du Änderungen vornehmen kannst!

 

 

4. Sei dir der Produkte bewusst, die du kaufst! Kaufe Biobaumwolle und Produkte, die nicht von Ausbeuterbetrieben stammen! Versuche, örtlich angebaute Lebensmittel zu kaufen! Stelle Nachforschungen an, woher deine Produkte stammen! Wenn Menschen und Tieren beim Arbeitsvorgang geschadet wird, dann verzichte auf den Kauf dieser Produkte!

 

 

5. Fange klein an! Mache kleine Fortschritte rund um das Haus, wie beispielsweise das Umstellen der Glühbirnen auf energiesparende Kompaktleuchtstofflampen! Dichte leckende Wasserhähne ab! Schaffe eine Recycling-Stelle in deiner Küche! Schalte den Fernseher aus und genieße die Anwesenheit deiner Angehörigen! Involviere die ganze Familie!

 

 

Diese Liste ist in keiner Weise vollständig. Es geht darum, dass Gleichgültigkeit nicht länger eine Option ist – noch hätte es jemals sein dürfen. Über unsere Umwelt nachzudenken, ist der erste wichtige Schritt zum sozialen Engagement und Handeln. Wir werden als Schützer der Erde besser positioniert sein, wenn wir die Verantwortung der Treuhandschaft erkennen. Dieser Prozess der Selbstreflexion wird uns hoffentlich zu individuellem Handeln motivieren.

 

Generell ist individuelles Handeln bedeutender als jede Liste über ein umweltbewussteres Leben. Beim Nachdenken und Erkennen der spirituellen Verbindung, die zwischen dem Menschen und der Natur besteht, wird individuelles Handeln von einer Überzeugung herrühren und ein Leben lang bestehen. Wenn wir über unsere Lebensräume nachdenken, dann können wir dazu befähigt werden, Verantwortung für unsere Umgebung zu übernehmen, und dem Gut, dass uns anvertraut wurde, gerecht werden. Die Erde erwartet dies von uns.

 

Im Qurân werden wir erinnert:

 

{„Siehst du nicht, wie Allâh ein Gleichnis von einem guten Wort geprägt hat? (Es ist) wie ein guter Baum, dessen Wurzeln fest sitzen und dessen Zweige in den Himmel (reichen).“}   [Sûra 14:24] .

 

Lasst uns den Baum betrachten - wegen seiner Lehren, die sich in ihm manifestieren! Mögen wir Schatten für unsere Mitmenschen bieten, klein anfangen und mit einem Ziel wachsen, uns erneuern und regenerieren sowie immer bis zum Himmel reichen, während wir in der Erde tief verwurzelt sind! 

 

Sarah ist angehende Stadtplanerin und Umweltschützerin und wohnt in Washington DC. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am „Urban Land Institute“ und erforscht das nationale Verkehrswesen und Infrastrukturpolitik. Sie hilft auch dabei, Veranstaltungen mit den „DC Green Muslims“ zu organisieren, einer Gruppe umweltbewusster Muslime, die daran arbeitet, die Verbindungen zwischen Umwelt, Glauben und ganzheitlichem Leben zu erkennen. Sarah kommt ursprünglich aus Süd-Kalifornien, wo sie einen Magister der naturwissenschaftlichen Fakultät im Fach „Public Policy“ von der Universität Süd-Kalifornien und einen Magister der philosophischen Fakultät im Fach „Städteplanung“ von der Universität Kalifornien in Irvine erhielt.

 


Quelle: www.islamweb.net

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