Suche
Alle Rubriken

Die Bedeutung des Wortes Islâm - Teil 1

 

QR Code

Das Gotteskonzept im Islâm beschreibt Ihn als den Allbarmherzigen und Gnädigen, den Liebevollsten und Besorgtesten um das Wohlbefinden des Menschen, als voller Weisheit und Fürsorge für Seine Geschöpfe. Sein Wille ist demnach ein Wille der Gunst und Güte, und jedes Gesetz, das Er vorschreibt, muss zwangsläufig im besten Interesse der Menschheit sein.

Anzahl der Besucher: 0
0 0

Das Wort Islam ist vom arabischen Wortstamm „SLM“ abgeleitet, was unter anderem Friede, Reinheit, Ergebung und Gehorsam bedeutet. Im religiösen Sinn bedeutet das Wort Islam Unterwerfung unter den Willen Gottes und Gehorsam gegenüber Seinem Gesetz. Die Verbindung zwischen den ursprünglichen und den religiösen Bedeutungen des Wortes ist stark und offensichtlich. Nur durch die Ergebung in den Willen Gottes und durch den Gehorsam gegenüber Seinem Gesetz kann man wahren Seelenfrieden erlangen und einen anhaltenden geläuterten Zustand genießen.

 

Einige Außenstehende nennen unsere Religion „Mohammedanismus“ und bezeichnen die Gläubigen im Islâm als „Mohammedaner“. Die Muslime lehnen dies ab und erheben Einspruch gegen die Verwendung dieser Begriffe. Wenn unser Glaube als Mohammedanismus eingestuft wird und wenn wir Mohammedaner genannt werden, dann wird es gravierend falsche Schlussfolgerungen geben. Diese Fehlbezeichnung impliziert, dass die Religion nach einem sterblichen Wesen benannt ist, namentlich Muhammad, und dass der Islâm nicht mehr als ein weiterer „…ismus“ wie beispielsweise der Judaismus, Hinduismus, Marxismus usw. ist.

 

Eine weitere falsche Implikation ist, dass Außenstehende über Muslime, die sie Mohammedaner nennen, denken könnten, diese würden Muhammad anbeten oder in der Weise an ihn glauben, wie Christen beispielsweise an Jesus glauben. Noch eine weitere falsche Implikation besteht darin, dass das Wort Mohammedanismus den Außenstehenden irreführen und denken lassen könnte, die Religion sei von Muhammad gegründet und deshalb nach ihrem Gründer benannt worden.

 

All diese Implikationen sind gravierend falsch oder bestenfalls irreführend. Der Islâm ist nicht lediglich ein weiterer „-ismus“. Weder beten die Muslime Muhammad an noch betrachten sie ihn in derselben Weise wie die Christen, Juden, Hindus, Marxisten usw. ihre jeweiligen Führer betrachten. Die Muslime beten Gott allein an. Muhammad war nur ein Mensch, der von Gott beauftragt wurde, das Wort Gottes zu lehren und ein beispielhaftes Leben zu führen. In der Geschichte gilt er als bestes Beispiel für Tugendhaftigkeit und Perfektion eines Menschen. Er war der lebende Beweis dafür, was ein Mensch zu sein und was er im Bereich der Vorzüglichkeit und Tugendhaftigkeit zu leisten vermag.

 

Ferner glauben Muslime nicht, dass der Islâm von Muhammad gegründet wurde, wenn er auch von ihm in der letzten Epoche der religiösen Entwicklungsgeschichte wiederhergestellt wurde. Der ursprüngliche Gründer des Islâm ist niemand Anders als Gott Selbst, und das Gründungsdatum des Islâm geht zurück auf die Zeit Adams. Der Islâm existierte schon immer in der einen oder anderen Form und wird bis zum Ende der Zeit existieren.

 

Der wahre Name der Religion ist folglich Islâm und diejenigen, die sie befolgen, sind Muslime. Entgegen der bekannten Vorurteile bedeutet Islâm oder Ergebung in den Willen Gottes, gemeinsam mit dem Gehorsam gegenüber Seinem Gesetz, in keiner Weise einen Verlust der persönlichen Freiheit oder eine Kapitulation gegenüber dem Fatalismus. Jeder, der dies denkt oder glaubt, hat gewiss die wahre Bedeutung des Islâm und das Gotteskonzept im Islâm nicht verstanden.

 

Das Gotteskonzept im Islâm beschreibt Ihn als den Allbarmherzigen und Gnädigen, den Liebevollsten und Besorgtesten um das Wohlbefinden des Menschen, als voller Weisheit und Fürsorge für Seine Geschöpfe. Sein Wille ist demnach ein Wille der Gunst und Güte, und jedes Gesetz, das Er vorschreibt, muss zwangsläufig im besten Interesse der Menschheit sein.

 

Wenn sich zivilisierte Menschen an die Gesetze ihrer Länder halten, werden sie als gute Bürger und ehrenhafte Mitglieder ihrer jeweiligen Gesellschaft betrachtet. Kein mündiger Mensch würde behaupten, dass diese Menschen durch ihren Gehorsam gegenüber dem Gesetz ihre Freiheit verlieren. Kein vernünftiger Mensch würde auch nur einen Augenblick lang denken oder glauben, dass diese gesetzestreuen Menschen Fatalisten und hilflos seien. Gleichermaßen ist ein Mensch, der sich Gottes Willen - sprich einem guten Willen - ergibt und Gottes Gesetz – sprich das beste Gesetz - befolgt, eine gute und ehrenhafte Person. Er erlangt Schutz für seine eigenen Rechte, indem er aufrichtigen Respekt für die Rechte Anderer zeigt, und genießt ein hohes Maß an verantwortungsbewusster, gestalterischer Freiheit.

 

Die Ergebung in den Willen Gottes schmälert oder beschränkt die persönliche Freiheit nicht. Vielmehr verleiht sie ein hohes Maß an Freiheit. Sie befreit den Verstand von Aberglauben und erfüllt ihn mit Wahrheit. Sie befreit die Seele von Sünden und Unrecht und belebt sie mit Tugend und Lauterkeit. Sie befreit das Ich von Egoismus und Habgier, von Eifersucht und Anspannung, von Angst und Unsicherheit. Sie befreit den Menschen von der sklavischen Abhängigkeit von falschen Göttern und niederen Begierden und offenbart ihm die schönen Horizonte der Güte und Vortrefflichkeit.

 

Die Ergebung in den guten Willen Gottes stellt gemeinsam mit der Befolgung Seines nutzbringenden Gesetzes die beste Wahrung von Frieden und Harmonie dar. Sie ermöglicht es dem Menschen, Frieden zwischen sich und seinen Mitmenschen einerseits und zwischen der Gemeinschaft der Menschen und Gott andererseits zu schließen. Sie schafft Harmonie zwischen den Elementen der Natur. Laut dem Islâm wird alles in der Welt beziehungsweise jedes Phänomen außer dem Menschen von Gott geschaffenen Gesetzen verwaltet. Dies macht die gesamte physische Welt zwangsläufig gehorsam gegenüber Gott und ergeben gegenüber Seinen Gesetzen, was wiederum bedeutet, dass sie sich im Zustand des Islâm befindet, sprich ein Muslim ist. Die physische Welt hat keine eigene Wahl. Sie besitzt keinen selbstgewählten Kurs, dem sie eigenständig folgt. Vielmehr folgt sie dem Gesetz des Schöpfers, dem Gesetz des Islâm beziehungsweise der Ergebung.

 

Einzig der Mensch wurde mit Intelligenz und Entscheidungsmacht ausgestattet. Da der Mensch Intelligenz und Entscheidungsmacht besitzt, ist er aufgefordert, sich dem guten Willen Gottes zu ergeben und Sein Gesetz zu befolgen. Entscheidet er sich für den Kurs des Gehorsams gegenüber Gottes Gesetz, wird er zwischen sich und all den anderen Naturelementen, die zwangsläufig Gott gegenüber gehorsam sind, Harmonie erlangen. Er wird in Einklang mit der Wahrheit sein und mit all den anderen Elementen des Universums harmonieren. Entscheidet er sich jedoch für den Ungehorsam, wird er vom rechten Pfad abkommen und inkonsistent sein. Außerdem wird er den Unmut und die Bestrafung des Gesetzgebers auf sich ziehen.

 


Quelle: www.islamweb.net

Kommentare
Kommentare sind Eigentum der jeweiligen Autoren und spiegeln nicht unbedingt die Meinungen dieser Website.